Für die weniger erfahrenen BürgerInnen stellt sich die E-Government-Landschaft zersplittert dar: je nach Anwendungsdomäne (Bundesverwaltung, lokale Verwaltung oder Kommune) existieren unterschiedliche Web-Anwendungen, in einigen Fällen sogar für dasselbe Thema. Über Anwendungsgrenzen hinweg existieren nur rudimentäre Normierungen der Benutzeroberfläche. Das Auffinden einer konkreten E-Government-Anwendung gestaltet sich schwierig, da lediglich ein loser Katalog auf help.gv.at existiert. Allgemeine Basis-Services wie Bürgerkarten-Umgebung oder elektronische Zustellung werden von den Applikationen losgelöst und in sowohl technisch als auch logisch unterschiedlichen Varianten angeboten.

E-Government Cockpit als Aggregator von E-Government-Anwendungen

Das E-Government Cockpit stellt den BürgerInnen eine zentrale Web-Anwendung bereit, mit der über eine einheitliche Plattform E-Government-Anwendungen unterschiedlicher Betreiber angesprochen werden. Zusätzlich bietet das E-Government Cockpit die erforderlichen Basisdienste wie elektronische Zustellung und Bürgerkarten-Services innerhalb derselben Plattform an. Die BürgerInnen können so am E-Government nach dem One-Stop-Shop-Prinzip teilnehmen. Dies bringt den BürgerInnen drei wesentliche Vorteile:

  • durch die Aggregation unterschiedlicher Services auf einer Plattform werden verfügbare Dienste schneller gefunden und damit öfters E-Government-Anwendungen genützt;
  • die BürgerInnen können die wesentlichen Grundfunktionen der Plattform einmal erlernen und zukünftig bei der Verwendung unterschiedlicher E-Government-Applikationen ihr erworbenes Know-how anwenden;
  • die Plattform stellt den BürgerInnen alle zusätzlich erforderlichen Basisdienste zur Verfügung, das mühsame selbstständige „Zusammensuchen“ entfällt.

Applikationsbetreibersicht

In der ersten Phase des E-Governments wurden vor allem Hochvolumen der Anwendungen bereitgestellt, welche jedoch für einzelne BürgerInnen oft nur ein bis zwei Transaktionen pro Jahr auslösen. Um die Akzeptanz von E-Government weiter voranzutreiben, muss in einem nächsten Schritt eine nennenswerte Anzahl klein- und mittelvolumiger Anwendungen bereitgestellt werden. Solche mittlere Anwendungen sind nur dann profitabel, wenn sie mit geringem Aufwand bereitgestellt werden können und mit einfachen Mitteln Zugang zu einer kritischen Anzahl an BürgerInnen bereitstellen.

Das E-Government Cockpit bietet ein offenes Framework auf Open Source-Basis an, mit dem Anwendungsentwickler rasch und effizient E-Government-Anwendungen entwickeln können. Durch das Zurückgreifen auf existierende Basisdienste kann der Entwicklungsprozess zusätzlich beschleunigt werden.